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Beschreibung
Orale Erkrankungen und Zahnerkrankungen gehören zu den häufigsten Pathologien, denen wir in der Kleintierpraxis begegnen. Je nach Studie betrifft dies bis zu 80% der Hunde und Katzen über 3 Jahre (1). Die Diagnostik von Erkrankungen der Zähne und der Maulhöhle ist am wachen Tier nicht zuverlässig möglich- wir benötigen mindestens eine Sedation, in der Regel aber eine Allgemeinanästhesie zur korrekten stomatologischen Untersuchung, deren wichtiger Bestandteil die Dentalröntgendiagnostik ist. Je nach Fragestellung sind weitere bildgebende Verfahren wie CBCT (Cone Beam Computertomografie), MSCT (Multislice Computertomografie), MRT (Magnetresonanztomografie) und Ultraschall hinzuzuziehen.
Erkrankungen der Zähne bestehen zu einem überwältigenden Anteil aus Erkrankungen des Zahnhalteapparates, des Parodonts. Zum Parodont gehören: Gingiva, Wurzeloberfläche (-zement), Parodontalfasern und Alveolarknochen – dies ist der Teil des Kieferknochens, der das Zahnfach bildet. Entzündungen dieser Strukturen sind nicht nur schmerzhaft für die Patienten – sie schädigen vor allem den Organismus durch die Dauerbelastung mit Bakterien, Bakterientoxinen und Entzündungsmediatoren (2). Insbesondere die Entzündungsmediatoren sind in letzter Zeit bei der Parodontitis des Menschen stark in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses gerückt. So gibt es viele Erkrankungen des Menschen, die in direktem Zusammenhang mit Parodontitis gesehen werden, wie Rheuma, Lungenerkrankungen, Diabetes Mellitus und chronische Darmerkrankungen, um nur einige zu nennen (2). Zur Gesunderhaltung des Körpers ist die Zahngesundheit ein wichtiger Faktor- nicht nur beim Menschen (3,4).
Verletzungen der Zahnintegrität wie Zahnfrakturen oder extreme Abnutzung können über die Eröffnung der Pulpa oder der Dentinkanälchen zur Infektion der Pulpa bis zu Abszessbildung an der Wurzelspitze führen. Dies ist ebenfalls hochschmerzhaft. Je nach Ausmaß der Erkrankung und individueller Abwägung für den Patienten muss über Zahnerhalt mittels restaurativer Techniken oder Zahnextraktion entschieden werden.
Bei Katzen sehen wir häufig resorptive Läsionen - bis zu 50% der Katzen sind davon betroffen (5). Die Diagnose wird mittel stomatologischer Untersuchung und Dentalröntgen gestellt. Resorptive Läsionen, die Kontakt zur Maulhöhle haben, gehören in die Gruppe der inflammatorischen Läsionen, dh. sie gehen mit Entzündungen und Schmerzen einher und die betroffenen Zähne müssen extrahiert werden.
Veränderungen und Zubildungen der Maulschleimhaut können entzündlich und / oder neoplastisch sein. Durch die äußere Betrachtung von Zubildungen lässt sich auf Grund der Ähnlichkeit keine Diagnose stellen. Es ist wichtig, über die Biopsie frühzeitig eine pathologisch-histologische Diagnostik einzuleiten.
Fazit
Die Zahn- und Mundgesundheit ist ein entscheidender Faktor für das Wohlergehen und die Allgemeingesundheit von Hund und Katze. Als in der Kleintiermedizin Tätige haben wir die Chance zur Aufklärung der Tierbesitzer und so auf eine Behandlung unserer Patienten hinzuwirken. Tiermedizinische Fachangestellte sind meist erste Ansprechpartner/-innen und genießen im Allgemeinen bei Tierbesitzern hohes Vertrauen in ihre Fachkompetenz und das ehrliche Bemühen um den Patienten. In der Kommunikation mit den Tierbesitzern kommt den Tiermedizinischen Fachangestellten eine wichtige Rolle zu.