Heißhunger bei alten Katzen: Ein klinischer Blick auf endokrine Störungen

08:15 - 08:45 Uhr Sa. 06. Feb.

Beschreibung

Wenn alte Katzen mit Polyphagie (PP), beziehungsweise krankhaft gesteigerter Futteraufnahme vorgestellt werden, dann gibt es, eine regelmäßige Entwurmung, artgerechte Fütterung und die Kastration vorausgesetzt, wenige wahrscheinliche Differentialdiagnosen. Hilfreich bei der Aufarbeitung ist in jedem Fall das Miteinbeziehen der Gewichtsentwicklung und das Achten auf spezifische klinische Symptome. Von großer Wichtigkeit ist die Palpation der ventralen Halsregion von der Brustapertur bis zum Larynx, denn die Hyperthyreose (HT) steht mit einer Prävalenz von 7 bis 21% bei älteren Katzen an oberster Stelle der Differentialdiagnosen. An zweiter Stelle folgt der mit einer Prävalenz von unter 1% wesentlich seltenere Diabetes mellitus (DM). Nur Rassen wie Burma, Norwegische Waldkatze und Tonkinese sind mit einer Prävalenz von knapp über 2% etwas häufiger betroffen. HT und DM gehen in der Regel mit PP/ PU/PD und Gewichtsverlust einher und sind mittels T4-, Glukose- und Fruktosaminbestimmung leicht ein- oder ausschließbar. Klinisch kaum unterscheidbar ist das feline Cushing Syndrom, welches im Gegensatz zum Hund sehr selten beobachtet wird.

Weiterführende Tests wie der Dexamethason Suppressionstest sind somit erst nach dem Ausschluss der HT und des DM indiziert. Wird neben den genannten Symptomen zusätzlich von Durchfall berichtet, bleibt HT immer noch die wahrscheinlichste Diagnose. In solchen Fällen sollte aber ein Pankreatitis-assoziierter DM und die sehr seltene exokrine Pankreasinsuffizienz differentialdiagnostisch in Erwägung gezogen werden. Immer häufiger wird in letzter Zeit auch bei nicht diabetischen Katzen der Hypersomatotropismus diagnostiziert. Nur selten zeigen diese Tiere das Vollbild der Akromegalie. Typisch ist, vor allem bei Tieren mit Akromegalie ohne DM, aber auch bei einem signifikanten Anteil der Diabetiker, die Gewichstzunahme. Zur ersten Abklärung reicht die Messung des Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1), optimal für eine klare Diagnose bei erhöhtem Werten ist die Kombination mit einem MRT der Hypophyse. Zweifel an der richtigen Diagnose, beziehungsweise Fragen nach möglichen Komorbiditäten entstehen bei all diesen Erkrankungen dann, wenn die PP trotz spezifischer Therapien bestehen bleibt.

Referent

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Veranstaltungsort

Schwabenlandhalle - Hölderlinsaal

Hauptprogramm

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08:15 - 09:45 Uhr SA. 06. FEBRUAR
Kleintiere - Moderne Tiermedizin auf neuem Niveau! [Block 4]

Mit freundlicher Unterstützung von Eickemeyer Medizintechnik für Tierärzte KG

Schwabenlandhalle - Hölderlinsaal