Empathie als Wirtschaftsfaktor:

Warum mentale Gesundheit unser wertvollstes Medikament für Teams und Halter ist

14:00 - 14:30 Uhr Sa. 06. Feb.

Beschreibung

Warum mentale Gesundheit unser wertvollste Ressource für Teams und Halter ist

Dauer: 60 Minuten

Zielgruppe: Tierärzt:innen, Klinikleitungen, Praxisinhaber:innen, leitende TFA

Ziel: Etablierung von Empathie und mentaler Gesundheit als strategische Kennzahlen; Reduktion von Fluktuation und Behandlungsabbrüchen; Stärkung der psychologischen Sicherheit und Teamresilienz im Akutbetrieb.
1. Einführung & Der Praxisalltag im emotionalen Hochdruckgebiet
• Inhalte:
◦ Das Wartezimmer als emotionales Nadelöhr: Hoher Andrang, erschöpfte Teams und hochemotionale Tierhalter im Konfliktfeld von Budgetgrenzen und anspruchsvoller Medizin.
◦ Wandel des „Human-Animal-Bond“: Die veränderte Rolle des Haustiers als Familienmitglied; Schwinden der klassischen Informations-Asymmetrie.
◦ Dreidimensionale Tragfähigkeit medizinischer Entscheidungen: Fachliche Exzellenz, emotionale Halter-Psychologie und wirtschaftliche Realität im Einklang.
• Lernziel: Strukturelle Belastungsfaktoren der modernen Tiermedizin erkennen und Empathie als wirtschaftliche Notwendigkeit begreifen.
2. Terminologie & Wirtschaftliche Relevanz: Was fehlende Empathie kostet
• Inhalte:
◦ Differenzierung: Empathie (emotionales Spiegeln) vs. Mitgefühl (Compassion mit Handlungsfokus). Warum reines Mitleiden zu Empathic Distress führt, während Mitgefühl das Team schützt (nach Tania Singer).
◦ Die harten Kennzahlen der „Soft Skills“: Folgekosten durch Kundenbeschwerden, Behandlungsabbrüche, Fehler unter Stress und Kündigungen.
◦ Der wirtschaftliche Gewinn: Höhere Mitarbeiterbindung, ruhigere Abläufe, stärkere Weiterempfehlung und gesteigerte Umsatztreue.
• Lernziel: Den Unterschied zwischen Selbstaufgabe und professionellem Mitgefühl verstehen sowie die direkten Auswirkungen auf die Praxis-Kennzahlen analysieren.
3. Empathie nach außen: Die Adhärenzlücke und das OOO-Modell
• Inhalte:
◦ Die folgenschwere Adhärenzlücke: Warum der beste Behandlungsplan wertlos ist, wenn der Halter ihn zu Hause aus Stress oder Überforderung nicht umsetzt.
◦ Empathie als Stresssenker: Wie emotionale Begleitung die kognitive Aufnahmefähigkeit des Halters in Schocksituationen (schwere Diagnosen, Euthanasie) wiederherstellt.
◦ Das 3-O-Modell für schnelles, haftungsminimiertes Shared Decision Making:
• Lernziel: Das 3-O-Modell in kritischen Gesprächen sicher anwenden, um Behandlungsabbrüche zu minimieren.
4. Deeskalation, Online-Krisen & Professionelle Grenzsetzung
• Inhalte:
◦ Unter Druck professionell bleiben: Empathie bedeutet nicht, grenzüberschreitendes Verhalten zu akzeptieren.
◦ Der 3-Schritt zur Beruhigung emotionaler Situationen am Tresen und im Behandlungsraum:
1. Emotion anerkennen:
2. Fachlich klar bleiben
3. Struktur geben und entscheiden:
Umgang mit Drohungen und Online-Eskalationen (Social Media): Strategien zur Begrenzung von Situationen statt dem Zwang, jeden Konflikt auflösen zu müssen.
• Lernziel: Werkzeuge zur schnellen Deeskalation und zur respektvollen, klaren Grenzsetzung zum Eigenschutz beherrschen.
5. Empathie nach innen: Psychologische Sicherheit, Flash Lob & Micro-Debriefs
• Inhalte:
◦ Psychologische Sicherheit als Fundament: Warum eine angstfreie Fehlerkultur unabhängig von Hierarchien den Informationsfluss sichert und die Fehlerquote senkt.
◦ Das Flash-Lob (High-5-Prinzip): Gezielter Aufbau von Resilienz durch konkretes, direktes und niedrigschwelliges Feedback im Tagesverlauf.
◦ Das Akkumulations-Problem: Unbesprochene Fälle stauen sich im kognitiven Arbeitsspeicher an und führen zu Fehlentscheidungen im späteren Dienst.
◦ Das Akut-Werkzeug – Der Micro-Debrief (3–5 Minuten) zur sofortigen Rückgewinnung der Handlungsfähigkeit:
1. Status: Was war gerade emotional oder fachlich belastend? (Benennen, nicht diskutieren).
2. Highlight: Was lief trotz des Stresses gut? Wer hat uns den Rücken freigehalten?
3. Reset: Was brauche ich genau jetzt, um für den nächsten Patienten voll da zu sein?
◦ Etablierung eines rechtfertigungsfreien Signals im Team.
• Lernziel: Etablierung funktionierender teaminterner Entlastungsstrukturen zur Reduktion von emotionaler Erschöpfung.
6. Selbst-Empathie, Führung & Nachhaltiger Praxistransfer
• Inhalte:
◦ Das Sauerstoffmasken-Prinzip: Warum Selbstfürsorge fundamentale Führungsverantwortung ist.
◦ Erkennung von Warnsignalen: Chronischer Tunnelblick, Zynismus, Gereiztheit und Compassion Fatigue rechtzeitig kontern.
◦ Zusammenfassung der Take-Home-Messages: Grenzen sind professionell, nicht unkollegial. Emotionen sind real, dürfen aber nicht steuernd wirken. Gute Kommunikation schützt Teams und Patienten.
• Lernziel: Die eigenen Belastungsgrenzen reflektieren und konkrete, strukturelle Veränderungsschritte für den eigenen Praxisalltag definieren.

Referent

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Schwabenlandhalle - Hölderlinsaal

Hauptprogramm

Dieser Programmpunkt ist Teil des folgenden Hauptprogrammpunkts. Gehe auf Details um alle zugehörigen Unterprogrammpunkte zu sehen.

13:00 - 14:30 Uhr SA. 06. FEBRUAR
Kleintiere - Moderne Tiermedizin auf neuem Niveau! [Block 6]

mit freundlicher Unterstützung durch die Boehringer Ingelheim Vetmedia GmbH

Schwabenlandhalle - Hölderlinsaal