Die richtige Ergonomie im ZahnOP

17:30 - 17:55 Uhr Fr. 05. Feb.

Kurzbeschreibung

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Maximale Teilnehmerzahl: 100 Personen

Beschreibung

Was ist eigentlich Ergonomie und was hat das mit der Tierzahnheilkunde zu tun, wird man sich
vielleicht fragen.
Das Wort „Ergonomie“ stammt aus dem Altgriechischen, wobei ‚ergon‘ Arbeit bedeutet und
‚nomos‘ Regel oder Gesetz. Wörtlich übersetzt ist es also die Wissenschaft von der
Gesetzmäßigkeit menschlicher Arbeit.
Was im ersten Moment zunächst langweilig klingen mag, ist bei genauerer Betrachtung ein sehr
spannender Fachbereich der Arbeitswissenschaft mit hoher Relevanz für Wohlbefinden,
Lebensqualität und Freude an der täglichen Arbeit.

Ziel der Ergonomie ist es die Arbeitsbedingungen, den Arbeitsablauf und die Arbeitsgeräte für
eine auszuführende Tätigkeit so zu optimieren, dass das Ergebnis optimal wird und der
arbeitende Mensch möglichst wenig ermüdet oder selbst bei langanhaltender Tätigkeit vor
gesundheitlichen Schäden geschützt wird.

Ergonomie beschäftigt sich also damit, die Arbeit dem Menschen anzupassen. Passt sich der
Mensch der Arbeit an, ist dies auf Dauer ungesund!
Auch in der Tierzahnheilkunde lohnt es sich den täglichen Arbeitsablauf unter den Blickwinkel
der Ergonomie zu betrachten und zu versuchen Optimierungsmöglichkeiten auszuschöpfen.

Hierfür gibt es zahlreiche Ansätze.
Da ein Großteil der Arbeit im Zahn-OP im Sitzen erfolgt, kommt einer ergonomischen
Arbeitshaltung im Sitzen eine zentrale Bedeutung zu. Hierfür existiert international sogar ein
eigener ISO Standard (ISO 11226). Ziel ist es dabei die natürliche S-Krümmung der Wirbelsäule
zu unterstützen und die Gelenke und den Nacken in optimalen Winkelbereichen einzusetzen.
Dies kann unter anderem durch die Verwendung moderner Sitzmöbel (Sattelhocker) unterstützt
werden. Durch aufrechtes Sitzen wird die Rückenmuskulatur weniger beansprucht und wird
gekräftigt.

Was in jüngeren Berufsjahren vielleicht nur als ein Ziehen oder Stechen empfunden wird, kann
sich nach einigen Jahren beruflicher Tätigkeit zu chronischen Beschwerden ausweiten. Grund ist
hierfür nicht die Konstitution, sondern in erster Linie die Körperhaltung.
Aber auch die Praxiseinrichtung im Zahn-OP und die Ergonomie gehören untrennbar zusammen.
Ein höhenverstellbarer OP-Tisch ist für die korrekte Einstellung der Arbeitsposition zweckmäßig
und eigentlich inzwischen Standard. Beachtung bedarf auch das Beleuchtungsregime.
Leistungsstarke LED-OP-Lampen ermöglichen eine optimale und möglichst schattenfreie
Ausleuchtung des OP Feldes. Durch die Beleuchtungseinheit der Lupenbrille kann dies
punktuell noch unterstützt werden.

Der Einsatz von Lupenbrillen ist gerade in der Tierzahnheilkunde sehr sinnvoll. Sie sind ein
optimales Hilfsmittel zur Vergrößerung kleiner Details in der Maulhöhle und des Zahnbogens.
Durch maximale Auflösung und Tiefenschärfe sind deutlich mehr Details sichtbar und ein
präzises Arbeiten möglich. Zudem unterstützt die Verwendung einer Lupenbrille eine gesunde
Körperhaltung, womit insbesondere muskulären Verspannungen und Nacken-
/Rückenschmerzen vorgebeugt wird. Aber auch bei der traditionellen Lupenbrille muss der Kopf
leicht nach vorn gebeugt werden. Eine Innovation stellen hierbei moderne Lupenbrillenmodelle
dar, die unter ergonomischer Sicht konzipiert sind und auch bei längerer Tragedauer die Nacken und
Rückenmuskulatur nicht übermäßig beanspruchen. Der Blick des Betrachters wird durch
innovative Bauweise der Okulare dabei direkt auf das Behandlungsfeld gelenkt, so dass Kopf
und Nacken beim Tragen gerade und in einer absolut entspannten Haltung bleiben.
Lupenbrillen gibt es in unterschiedlichen Modellen mit klassischen Brillendesigns oder
sportlicher Fassung. Die Standardvergrößerung 2,5 x bietet dabei maximale Sicht und Schärfe
im gesamten Arbeitsfeld. Prismenlupen mit 3,5 x Vergrößerung werden für Spezialanwendungen,
wie z.B. Endodontie verwendet.

Entscheidend ist die individuelle Anpassung an den Benutzer, wobei der Arbeitsabstand eine
wichtige Rolle spielt, bei Brillenträgern aber auch eine Einarbeitung von Sehstärke erfolgen
kann.
Auch bei der Zahneinheit sind ergonomische Gesichtspunkte zu berücksichtigen, was vor allem
bei der Neuanscha􀆯ung von Bedeutung ist. Viele Hersteller moderner Behandlungseinheiten
haben sich durchaus auf das Thema Ergonomie eingestellt.
So gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle von Dentaleinheiten - fest installiert,
verschieblich über Rollensysteme oder mit Wandhalterung und höhenverstellbarem
Schwenkarm. Diese gilt es optimal in den Arbeitsablauf im Zahn-OP einzupassen.

Eine zentrale Stromversorgung verhindert „Kabelsalat“ und ermöglicht einen effizienten Einsatz
aller erforderlichen technischen Geräte (Sauerstoffkonzentrator, Infusionspumpe,
Überwachungsmonitor, Wärmesystem …). Auch Lagerung und Positionierung des Patienten
sollte unter ergonomischem Blickwinkel erfolgen. Lagerhilfen sind hierbei oft zweckmäßig.
Besonderes Augenmerk sollte auch auf die Positionierung von Gerätetechnik und
Dentalequipment im Zahn-OP gelegt werden, um „Leerlauf“ zu vermeiden und ein flüssiges
effizientes Arbeiten zu ermöglichen. Hierbei sollten alle Bedienelemente, Instrumente und
Materialien vom Behandler gut erreichbar, griffbereit zurecht gelegt werden. Dies ist durch eine
individuelle Planung zu Beginn des bevorstehenden zahnmedizinischen Eingriffes
sicherzustellen. Durch einen freien Blick auf Narkose- und Dentalröntgenmonitor sowie zur Tür
wird zudem verhindert, dass sich der Behandelnde immer komplett aus der
Behandlungssituation herausdrehen muss.

Basis für eine ermüdungsfreie und den Körper nicht übermäßig belastende Tätigkeit ist eine
gesunde Arbeitshaltung. Durch wechselnde Sitzpositionen, aber auch ein zwischenzeitliches
Arbeiten im Stehen (z.B. für Dokumentation und Telefonate mit Tierhaltern) lässt sich eine
Entspannung für Rücken und Muskulatur erreichen. Hydraulisch höhenverstellbare
Schreibtische sind hierzu hervorragend geeignet. Auch lassen sich in den Arbeitsalltag
wiederholt Entspannungsübungen integrieren (hierzu werden im Vortrag Beispiele präsentiert)
und es lohnt sich während der Pausen kleine Spaziergänge zur Lockerung verspannter
Muskulatur zu unternehmen. Mittel- und langfristig dienen tägliche Workouts und eine Stärkung
des Stütz- und Bewegungsapparates durch regelmäßige sportliche Betätigung
Verschleißerscheinungen einseitiger körperlicher Belastung im Beruf zu vermeiden oder
zumindest erheblich zu lindern

Referent

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Schwabenlandhalle - Daimler

Hauptprogramm

Dieser Programmpunkt ist Teil des folgenden Hauptprogrammpunkts. Gehe auf Details um alle zugehörigen Unterprogrammpunkte zu sehen.

10:30 - 18:00 Uhr FR. 05. FEBRUAR
TFA-Zahnseminar der Deutschen Gesellschaft für Tierzahnheilkunde

10:15-10:30 Begrüßung & Moderation Ein gesondertes Ticket für dieses Seminar erhalten Sie im Ticketshop. Maximale Teilnehmerzahl: 100 Personen

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